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VOM WERKBUND ZUM VIERJAHRESPLAN

DIE GROSSE REICHSAUSSTELLUNG 'SCHAFFENDES VOLK',

DÜSSELDORF 1937

Deutschland 1937. Vier Jahre nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten setzt Düsseldorf unter neuer politischer Führung seine lange und erfolgreiche Ausstellungsgeschichte mit der Großen Reichsausstellung Schaffendes Volk fort. Über 6 Millionen Menschen strömen aus dem In- und Ausland in die Stadt am Rhein um hier das 'neue deutsche Wohnen', das 'neue deutsche Arbeiten' und die 'neue deutsche Kunst' zu sehen. Doch zwischen Industriehallen, Mustersiedlungen und Gartenschau finden sich erste Anzeichen des bevorstehenden Krieges und vor allem Widersprüche. Der neue politische Kurs ist keineswegs definiert. Die Machthaber sind uneinig und die Ausstellungsplaner hilflos. Die vorliegende kulturwissenschaftliche Arbeit beschreibt die Geschichte der Ausstellung und deren kulturelles und politisches Umfeld. Die über zweijährige Ausstellungsvorbereitung wurde geprägt vom Spannungsverhältnis unterschiedlichster Interessen. Der Deutsche Werkbund, der eigentliche Initiator der Ausstellung, verfolgte alte Pläne zur Präsentation der 'Neuen Zeit'. Die Stadt versuchte die Ausstellung in eine tiefgreifende Umgestaltung Düsseldorfs zur imposanten Gauhauptstadt mit Schlageterforum, zahlreichen Parteibauten und KdF-Stadt zu integrieren. Der Staat sah die Chance, die Schau als Propagandamittel für den nur scheinbar 'friedlichen' Neuaufbau des Deutschen Reiches im Rahmen des Vierjahresplans zu nutzen. Das Ergebnis prägte nicht nur die Düsseldorfer Stadtgeschichte. Die Ausstellung war das Spiegelbild Deutschlands am Vorabend des zweiten Weltkriegs.

 
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